
10. Vornamen und Nachnamen
In der Vergangenheit war es nicht notwendig, komplexe Identifikationsdaten von Personen zu verwenden, wie es heute der Fall ist. Die Menschen kannten sich in kleinen Gemeinschaften untereinander, und um eine Person zu bezeichnen, genügte ihr Vorname. Nachnamen entstanden erst viel später. Ursprünglich handelte es sich um sogenannte Beinamen (ergänzende Spitznamen), die nicht erblich waren und beispielsweise dazu dienten, den einen Jan vom anderen zu unterscheiden. Die Veränderung kam mit dem allmählichen Bevölkerungswachstum, der Abwanderung in die Städte und der Entwicklung der staatlichen Verwaltung. Im Jahr 1786 erließ Joseph II. ein Patent, das die Verwendung eines festen und erblichen Familiennamens vorschrieb. Der Grund dafür war, dass die Herrscher regelmäßig und gezielt Steuern erheben, Soldaten rekrutieren und Aufzeichnungen über Eigentum führen mussten.
Der Vorname (Taufname) des Neugeborenen wurde bei der Taufe bestätigt. Die Kinder wurden nicht nur nach der Familientradition benannt, sondern auch nach Heiligen oder Paten, die ihnen im Leben ein Vorbild sein sollten. Oft wurde auch der Name eines Heiligen gewählt, der um das Geburtsdatum des Kindes herum seinen Namenstag hatte. Die Vorfahren hatten nämlich ein anderes Zeitverständnis als wir heute, und der Taufname ermöglichte es ihnen, den ungefähren Tag ihrer Geburt abzuschätzen. Taufurkunden wurden nicht standardmäßig ausgestellt. Der Pfarrer stellte einen Taufschein nur vor einer Hochzeit oder bei der Beantragung einer Lehre oder dem Antritt des Militärdienstes aus. In Zeiten enormer Kindersterblichkeit wurde einem Kind auch oft der Name eines verstorbenen Geschwisterkindes gegeben. Die Eltern glaubten, dass sie auf diese Weise ihren nächsten Nachkommen vor bösen Geistern schützen könnten und dieser so das Erwachsenenalter erreichen würde. Auch in der Vergangenheit hing die Wahl der Vornamen von ihrer Beliebtheit ab. Zu den modischen Mädchennamen gehörten Anna, Rosina, Maria, Katharina oder Dorothea. Bei den Jungennamen stachen Johann (Jan), Franz, Wenzel, Josef oder Adalbert (Vojtěch) hervor.
Nachnamen entstanden nach bestimmten Merkmalen der jeweiligen Person. Entweder geschah dies nach physischen oder charakterlichen Eigenschaften (Veselý/Fröhlich, Zrzavý/Rothaarig, Kulhánek/Hinkend), nach dem Beruf (Kovář/Schmied, Švec/Schuster, Krejčí/Schneider), nach Herkunft und Wohnort (Pražák/Prager, Novotný/Neumann, Němec/Deutscher), nach dem Vornamen des Vaters (Kuboušek, Petr, Matějovský) oder nach Tieren und Natur (Myšák/Mäuserich, Sokol/Falke, Dubenský). Aufgrund des starken deutschen Einflusses war es üblich, tschechisch klingende Vornamen und Nachnamen einzudeutschen. Bei der Suche in den Matriken können Sie beispielsweise feststellen, dass der ursprüngliche Nachname der Vorfahren „Krejčí“ lautete, was später zu „Schneider“ eingedeutscht wurde.
Die allgemeine Geschichte der Nachnamen ist faszinierend, aber erst die Entdeckung Ihrer eigenen Wurzeln gibt diesen Splittern der Vergangenheit einen wirklichen Sinn. Welches Schicksal verbirgt sich genau hinter Ihrem Familiennamen? Wer waren Ihre Vorfahren, welches Handwerk beherrschten sie und woher stammten sie? Lassen Sie nicht zu, dass die Geschichte Ihrer Familie in Vergessenheit gerät. Verwandeln Sie Fragezeichen in konkrete menschliche Schicksale und lassen Sie sich einen professionellen, maßgeschneiderten Stammbaum erstellen. Entdecken Sie Ihre Vorfahren und beginnen Sie Ihre Reise in die Vergangenheit noch heute auf www.rodokmeny-schneider.cz .
Kateřina Schneiderová
